Hochvoltkompetenz
Hintergründe zur Hochvolttechnik
von Elektro- und Hybridfahrzeugen

VDIK begrüßt E-Mobilitätsgesetzt, sieht jedoch Zielstellung in Gefahr und fordert Multicharger

Der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller VDIK, dessen Mitglieder aktuell 17 Elektrofahrzeugmodelle anbieten, unterstützt das Ziel der Bundesregierung, im Jahr 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen zu haben. Folglich begrüßt der Verband das Elektromobilitätsgesetz, das klar definierte Vorteile für Elektrofahrzeuge ermöglich. Beispielsweise räumt das Gesetz Kommunen ein, Busspuren und reservierte Parkplätze für Elektromobile freizugeben. Doch dem VDIK zufolge wird das wohl bei weitem nicht für die Zielerfüllung ausreichen.
Als Beleg dafür dienen die derzeitigen Zulassungszahlen: In den ersten sieben Monaten des Jahres sind lediglich 6.360 Pkw mit reinem Elektro- und Plug-in-Hybrid-Antrieb neu zugelassen worden. Dabei liegt der private Anteil bei nur rund 20 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist dies zwar eine deutliche Steigerung, unübersehbar ist aber auch, dass die Ziele der Bundesregierung zur Elektromobilität mit derartig niedrigen Zulassungszahlen mit Sicherheit nicht erreicht werden können.
Darüber hinaus ist für den Erfolg der Elektromobilität eine gut ausgebaute und einfach nutzbare Ladeinfrastruktur, insbesondere ein von allen Elektrofahrzeugen nutzbares Netz an Schnellladesäulen erforderlich, so der Verband. In Europa benötigen derzeit zwei Drittel der schnellladefähigen Elektrofahrzeuge den ‚CHAdeMO’-Standard. Aus wirtschaftlicher Sicht ergeben sich bei einer einseitigen Festlegung auf reine CCS-Schnellladesäulen aufgrund kaum vorhandener kompatibler Elektrofahrzeuge in den nächsten Jahren keine tragfähigen Geschäftsmodelle. Dies werden sicherlich auch mögliche Investoren berücksichtigen müssen, so die Meinung des VDIK.

Eine pragmatische Lösung für alle Elektroautofahrer besteht bereits heute in Form der sogenannten Multicharger (CCS- sowie CHAdeMO-Standard und Typ2), die mittlerweile von vielen Ladesäulenherstellern angeboten werden. Die VDIK-Mitgliedsunternehmen gehen hier mit gutem Beispiel voran, indem sie etwa bei ihren Händlern in den Städten Berlin, Stuttgart und Essen solche Ladesäulen zur öffentlichen Nutzung installiert haben.

tm